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Weicher Brie und geröstete Mandelblätter

Ich stehe auf eine typisch bayerische Spezilität, den Obazda! Ihr auch? Die schmelzige und würzige Crème aus Weichkäse wie Brie schmeckt so lecker. Schon fast als Bayerisches Kulturgut kommt sie daher. Zumindest darf der Brie-Aufstrich zu einer zünftigen Brotzeit nicht fehlen.

Die Bezeichnung Obazda unterliegt sogar in der Gastronomie und im Handel strengen Vorgaben und Leitsätzen! Sowohl Herkunft gemäß der EU-Verordnung als geschützte geografische Angabe (g.g.A.) aber auch die Anforderung bei der Rezeptur zeigen dies. Deswegen heißt mein Brie-Aufstrich auch nicht so. Er ist ganz anders in der Zubereitung. Schaut her!

Der Brie-Aufstrich erinnert an Obazda. Ist aber ganz anders.

 

Das

ist kein

Obazda!

Warum schmeckt ein Brie-Aufstrich so phantastisch?

Brie ist schon was Feines! Der aus Frankreich stammende Weichkäse schmeckt mild, nussig und cremig. Aber Brie lässt sich sogar aufpeppen. Und zwar bereiten wir ihn noch schmelziger und würziger zu. Alleine schon, dass wir ihn für die Zubereitung auf Zimmertemperatur bringen, macht einiges aus. So bekommen die Aromen volle Fahrt.

Das liegt am Fettgehalt im Brie. Denn der dient umgangssprachlich als Geschmacksträger. So sind zum einen verschiedene Aromen fettlöslich. Der Geschmack danach wird intensiver wahrgenommen. Auch liefert Fett unserem Körper die meiste Energie. Wir empfinden das als Belohnung. Ebenso wird das Mundgefühl voll und cremig. Und das mögen wir sehr. Auch die Rinde aus weißem Edelschimmel von Brie wirkt sich auf den Geschmack aus. Ich mag den Brie-Aufstrich in der Masse gerne noch stückig. Das mundet noch interessanter! 

Der Brie-Aufstrich geht ganz einfach!

 

Das geht

ganz

einfach!

Wie wird dieser Brie-Aufstrich zubereitet?

Der Brie wird klein geschnitten und mit einer Gabel zerdrückt. Daher hat die Käsezubereitung „Obazda“ auch den Namen. Es steht für „Angebatzter„, das bedeutet Angedrückter.

Den Brie vermische ich mit Frischkäse und Pfeffer. Das ergibt eine cremige und würzige Masse. Sie lässt sich auf einem Teller oder einer Scheibe Brot schön verstreichen.

Den Kick geben Toppings aus gerösteten Butter-Mandelblättern und aus einer Honig-Paprika-Mischung. Somit haben wir noch Crunch und etwas Süße als Gegenpol zu der streichfähigen, salzigen Käsecrème. Beides sind für mich die Rezeptchanger zu der klassischen Obazda-Zubereitung. Lasst es uns anders machen!

Zitronenabrieb krönt die Masse noch und gibt ihr eine gewisse Frische. Das hat so ein Brie-Aufstrich auch nötig. Der kommt schwer genug daher. Ein wenig erinnert das auch an Kümmel, der dieses zitrusartige Aroma in den Obazda bringt. Den tauschen wir hier einfach mal aus.

Zum Schluss gebe ich noch ein wenig Meersalzflocken über die buttrigen Mandelblätter. Das verleiht das gewisse Extra.

So einfach und schnell zubereitet ist dieser kleine, aber feine Aufstrich. Er passt prima zu geröstetem Brot oder zu Pellkartoffeln.

Probiert auch meinen orientalischen Frischkäse mit Datteln aus. Auch der Knaller zur Brotzeit!

Weicher Brie und

geröstete Mandelblätter

 

Zutaten

für 4 Personen

  • 200 g Brie

  • etw. Pfeffer

  • 100 g Frischkäse

  • 30 g gehobelte Mandeln

  • 1 EL Butter

  • 1 EL Honig

  • 1 TL mildes Paprikapulver

  • ½ Bio-Zitrone

  • Meersalzflocken

  1. Brie mind. 1 Std. vorher rauslegen.
  2. In Würfel schneiden und in einer Schüssel mit einer Gabel zusammen mit Pfeffer und Frischkäse zerdrücken. Anschließend alles gut miteinander verrühren.
  3. Mandeln in Butter goldbraun braten. Inzwischen Honig und Paprikapulver vermischen. Zitrone waschen und trockenreiben.
  4. Briecrème auf einem flachen Teller verstreichen. Mit Honig beträufeln. Mandeln, etwas Zitronenabrieb und wenig Salz darüber geben.

Tipps

Sehr fein dazu schmecken geröstetes Brot oder Pellkartoffeln.

Ist der Honig zu dickflüssig, ihn in einem Wasserbad langsam erwärmen.

Am besten gehobelte, ungeschälte Mandeln verwenden. In der Haut sind wichtige Nährstoffe enthalten.

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