Gerösteter Karotten-Salat mit Charmoula

Die Karotte, Gelbe Rübe (badisch) oder die Möhre haben es mir angetan. Ohne Frage, ich esse das Wurzelgemüse fürs Leben gern. An Varianten von Rezepten mangelt es hier nämlich nicht: ob simpel als gekochtes Gemüse, saftiger Salat mit Apfel geraspelt, zerstampfter Kartoffel-Karotten-Brei, als Suppe mit Ingwer oder eine wichtige Zutat für eine gute Sauce und im Suppengemüse. Sogar in den Rüblikuchen hat es die Möhre geschafft. Karotten tauchen einfach überall auf.

Karotten-Salat mal anders! Warm, ursprünglich mit einem Kräuterdressing.

 

Karotten

Salat

mal anders

Warum Karotten-Salat mal anders?

Ich muss jedoch anmerken, dass ich sehr in meiner Karotten-Blase verankert bin. Aber ich esse sie einfach gerne. Bei einer Frage im Studium zu dem Gemüse mit dem meisten Pro-Kopf-Konsum in Deutschland (die Kartoffel ausgenommen) antwortete ich ganz eifrig „Karotten“! Dabei hatte ich völlig die Tomate vergessen. Aber trotzdem, die Karotte steht statistisch auf Platz 2! Und ich weiß warum.

Das Rezept, gerösteter Karotten-Salat mit Charmoula, soll daher der Möhre huldigen. Etwas Besonderes und Einfaches musste her. Es ist ein warmer Salat aus im Ofen geschmorten Karotten, so wie sie gewachsen sind. Etwas Grün kann noch dran sein, zum Teil auch das dünne Wurzelende, ungeschält mit Haut und ruhig krumm. Sie müssen nur je nach dem kräftig geschrubbt werden. Dazu gibt es eine mediterrane Sauce aus Nordafrika. Na dann, mal volle Möhre!

Schon mal den Duft von Karotten eingeatmet?

Habt ihr an Karotten frisch vom Acker mal gerochen? Regelmäßig komme ich in den Genuß, wenn ich auf dem Wochenmarkt bei meinem Bio-Händler Karotten kaufe. Ein Duft kommt da aus der Kiste – unbeschreiblich fein! Leicht erdig, süßlich und frisch. Das erleben wir nicht beim Kauf von Karotten im Supermarkt oder Discounter. In solchen Momenten wird mir immer klar, wie weit wir uns von unserer Lebensgrundlage, dem Anbau unseres Essens, entfernt haben.

Und noch ein prägendes Erlebnis hatte ich im Zuge meines Studiums. Da ergab sich mehrmals die Gelegenheit, landwirtschaftliche Belange und die Aufbereitung von Lebensmitteln für den Handel und die Gastronomie kennenzulernen. Beim Thema Karotten fällt mir eine große Halle ein. Eine Vorrichtung zum Waschen von Gemüse und Gemüsekisten stand dort. Neben und in der Maschine türmten sich Karotten-Berge auf. Unbeschreiblich viele Gelbe Rüben! Und das war alles noch viel mit Handarbeit vom Bio-Bauern und den Menschen, die dort arbeiteten, verbunden. Aber das eigentlich Faszinierende war der Geruch in der Halle. Ein Karotten-Aroma, das ich seither nicht mehr gerochen habe. Es war dort kalt und feucht, aber trotzdem hat dich diese Duftwolke süßlich umhüllt. Richtig lecker zum Anbeißen!

Geröstete Karotten - ein Hauch von Nordafrika durch die Charmoula.

 

Hauch von

Nordafrika

Was ist denn Charmoula?

Charmoula ist eine leckere Marinade mit vielen Kräutern und Gewürzen. Sie stammt aus der Küche Nordafrikas und kann vielseitig eingesetzt werden. Ursprünglich zu Fisch, Meeresfrüchten und Fleisch verwendet, verfeinert sie aber auch unser Lieblings-Gemüse. Die süßlichen Karotten erhalten durch die Charmoula eine würzige und frische Note. Sesam und Schwarzkümmel machen den orientalische Touch in diesem Salat perfekt!

Kräuter wie Petersilie und Koriander geben der Sauce eine kräftige grüne Farbe. Durch den Zitronensaft ist die Charmoula eher säuerlich. Dadurch eignet sie sich gut als frisches Dressing für einen Salat. In Kombination mit den warmen Karotten, entfaltet die Charmoula ihr volles Aroma. Die Frische der Zitronenschale und des Saftes werden dadurch wundervoll spürbar. Herrlich! Die Zitrone ist für mich der Rezeptchanger

Bekanntlich sollen Karotten mit Fett verspeist werden. Davon gibt es in der Charmoula in Form von gutem Olivenöl reichlich. Nur so kann der Körper das fettlösliche Vitamin A auch aufnehmen. Ich finde, das ist ein perfektes Match!

Wie ihr seht, esse ich gerne säuerlich. Probiert daher unbedingt auch meinen Sauerbraten mit Sauerkirschen aus. 

Gerösteter Karotten-Salat
mit Charmoula

Zutaten

für 4 Personen

  • 100 g Wildkräutersalat
  • 2 Bund kleine Karotten mit Grün
  • 1/2 TL Fenchelsamen
  • 1 TL Koriandersaat
  • Salz
  • 100 ml Olivenöl
  • Pfeffer
  • ½ Bio-Zitrone
  • 1 Bund Petersilie
  • 1 Bund Koriandergrün
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 EL Paprika edelsüß
  • 1 TL Cumin
  • 15 g Sesam
  • 1 TL Schwarzkümmel
  • 3 TL Honig
  1. Backofen auf 180 Grad vorheizen. Wildkräutersalat waschen und auf einem Sieb abtropfen lassen. Karotten mit Grün gründlich waschen und Strunk jeweils abbrechen. Fenchelsamen, Koriandersaat und etwas Salz in einem Mörser zermahlen. Zusammen mit 2 EL Öl und Pfeffer in einer großen Schüssel vermengen. Karotten darin mischen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben. Im Ofen ca.
    35 Min. rösten.
  2. Inzwischen Zitrone, Petersilie und Koriander waschen. Zitrone abtrocknen, Schale der einen Hälfte abreiben und Saft auspressen. Knoblauch schälen und zusammen mit Kräutern sowie einem Teil der Blätter vom Karottengrün grob hacken. Mit Paprika, Cumin, 1 EL Zitronensaft, 4 EL Olivenöl und Salz im Blitzhacker pürieren. Charmoula abschmecken.
  3. Sesam und Schwarzkümmel in einer Pfanne rösten, bis der Sesam anfängt, bräunlich zu werden.
  4. Restliches Olivenöl, etwas Zitronensaft, 1 TL Honig und Salz vermengen. Salat darin marinieren. Karotten auf einer Platte anrichten, mit Honig leicht beträufeln und Salat daneben garnieren. Das Charmoula zwischen die Karotten tropfen und mit etwas Zitronenschale, dem Sesam und Schwarzkümmel bestreuen.

Tipps

Karotten müssen nicht geschält werden.

Gewürze lassen sich leichter mahlen, wenn grobkörniges Salz in den Mörser gegeben wird.

Um Knoblauch einfach zu schälen, die Zehe am besten mit einem großen Messer flach andrücken. Dann lässt sich die Schale ganz einfach entfernen.

Die Stängel von Petersilie und Koriander auch mitbenutzen, vom Karottengrün nur die Blätter.

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