Grünkern – unreifes Urkorn mit Power

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von | 21. Mrz 2024 | Allgemein, Tipps

Mit Grünkern verbinde ich meine ersten kulinarischen Erfahrungen von vegetarischen Patties. Schon damals machte in Schulnähe ein Restaurant bei uns in der Stadt auf, das verschiedene vollwertige Bratlinge anbot. Zurückschauend war das Speisenangebot, heute kaum vorstellbar, revolutionär.

Die Location galt Ende der 80er als Treffpunkt von sogenannten „Müslifressern“. Diese Bezeichnung ist noch ein Relikt aus der damaligen Zeit. Ich ging dort gerne hin. Sie hatten die beste Salatauswahl mit tollen Variationen. Und der Grünkern-Bratling mit Kräutersauce war mein Favorit. Schade, dass es das Gälriwli nicht mehr gibt.

Grünkern ist Dinkel, der zu früh geerntet wurde - somit also grün und unreif.

 

Unreif

geerntet

 

Was ist eigentlich Grünkern?

Die Verarbeitung von Getreide zu Grünkern ist raffiniert. Der Ausgangspunkt bildet Dinkel. Dieses Urgetreide schmeckt süßlicher und kräftiger als Weizen. Dinkel gilt im Anbau als wetterbeständiger. Trotzdem machten sich Menschen zu eigen, Dinkel früher zu ernten. Witterungsbedingt war die Angst zu groß vor Missernten. Somit wurde das Getreide noch grün vom Feld geholt. Grünkern, auch Badischer Reis genannt, etablierte sich.

Jedoch war der grüne Dinkel, da zu feucht, nicht lagerfähig. Grünkern wurde einem aufwendigen, aber genialen, Verfahren unterzogen. Das Darren, also trocknen, über Feuer verleiht dem Grünkern das unverwechselbare, würzig rauchige Aroma. Buchenholz sorgt dafür. Aber natürlich erfolgt dies heutzutage größtenteils in modernen Heißluftanlagen. Grünkern schmeckt auch herzhaft und nussig.

Das Getreide gibt es als Korn, Schrot, Grieß und Mehl. Durch das besondere Verfahren ist das ganze Korn von Grünkern bis zu zwei Jahre haltbar. Die anderen Erzeugnisse sollten wegen des Fettgehalts schneller verbraucht werden.

Grünkern in drei Varianten: ganzes Korn, Schrot und Mehl

 

Das ist

Nicht

Ohne!

 

Warum solltet ihr Grünkern essen?

Grünkern erweist sich als wertvoll. Wie ihr euch schon denken könnt, sind die Körner sehr gesund. Viele Menschen berichten sogar, dass sie im Gegensatz zu Weizen Dinkel besser vertragen. Durch das Darren ist Grünkern sogar noch bekömmlicher.

Als heimisches Superfood besticht Grünkern mit vielen Ballaststoffen. Unsere Verdauung liebt das! Nicht nur deswegen halten Produkte aus dem grünen Getreide lange satt. Auch kann es einen hohen Proteingehalt aufweisen. Ein toller Fleischersatz ist Grünkern also!

Mineralstoffe wie Phosphor und Magnesium stecken in dem gesunden Getreide. Aber besonders das enthaltene Eisen ist für ein pflanzliches Produkt erstaunlich. Daher prima für Vegetarier und Veganer. Und denkt dabei dran, das in Verbindung mit Vitamin C zu verspeisen. Denn Pflanzen hemmen die Aufnahme von Eisen. Vitamin C dagegen hilft bei der Verfügbarkeit dieses essentiellen Spurenelementes.

Spitzenmäßig enthält Grünkern Vitamine der B-Gruppe. Die sind wichtig für euer Gehirn und eure Nerven.  Daher wird das Getreide auch häufig als Nervennahrung bezeichnet.

Esst unbedingt meinen Grünkern-Salat nach Levante Style. Ein kulinarischer Sonnenaufgang!

Als Fleischersatz mag ich ganz besonders einen Klassiker mal anders – die vegetarischen Grünkern-Klopse Königsberger Art. Probiert es aus.

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