Saftige Zucchini-Kartoffel-Puffer

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Ich mag alles aus Kartoffeln. Eine Liebeserkärung könnte ich an die Knolle richten. Es gibt kaum ein Produkt, das so vielseitig eingesetzt werden kann. Wir bekommen sie das ganze Jahr über. Für jede Saison gibt es spezifische und leckere Gerichte. So genieße ich gerne den Salat im Sommer, im Herbst Zwetschgenknödel im Kartoffelteig, Gratins im Winter und im Frühling die zarte Knolle mit einem Klecks Grüner Sauce.

Und für jede Zubereitung gibt es die entsprechend passende Kartoffel. Ob festkochend, vorwiegend festkochend, mehligkochend, Früh- oder Spätkartoffel – darauf zu achten, ist wichtig! Nur so erzielt ihr das beste Ergebnis für die Speise.

Sich mal mit den Kartoffel-Sorten auseinander zu setzen, das lohnt sich. Sei es aus optischen Gründen oder geschmacklich. Leider bekommen wir im Supermarkt  meist nur den Standard. Wie bei allen anderen Früchten und Gemüsen – alles nach Norm!

Kartoffel-Puffer verfeinert mit Zucchini

 

Gemüse

satt

Was ist so besonders an Kartoffel-Puffern?

Aber wisst ihr, was ich das ganze Jahr über essen könnte? Das sind Kartoffel-Puffer. Bestimmt hat jeder ein Kartoffelgericht, das mit Erinnerungen verbunden ist. Bei mir schießen sofort die Momente in den Körper, als ich von der Schule nach Hause kam und an unserer Tür klingelte. Der Geruch nach Knusprigem und Gebratenem war draußen auf der Strasse und im Vorgarten schon zu erahnen. Kartoffel-Puffer, herrlich! Wir saßen damals zu Siebt am Mittagstisch – meine Eltern, vier Kinder und die Omi. Beide Eltern waren berufstätig und wir Geschwister kamen unter der Woche hungrig vom Unterricht. Unter der Woche kochte meine Omi.

Wir wußten vorher als nicht, was es heute zum Mittagessen gibt. Um so größer war die Freude und die Überraschung über Kartoffel-Puffer. Klassisch zubereitet von meiner Omi. Unmengen an Kartoffeln erst geschält und dann fein gerieben. Aber nicht mit der Küchenmaschine, neeein! Meine Omi benutze mit der Hand eine Reibe, die wie ein Waschbrett aussah. Speziell für die Kartoffel-Puffer hatten wir jenes Haushaltsgerät. Ich glaube, für was anderes haben wir die Reibe nicht benutzt. Was damals meine Omi geleistet hat, kann ich heute noch nicht fassen. Sie hatte in der Küche mega Kraft und Durchhaltevermögen. Und bestimmt den ein oder anderen aufgescheuerten Finger.

Wie sahen damals klassische Kartoffel-Puffer aus?

Die Konsistenz der Kartoffel-Puffer meiner Omi war eher eine breiige Masse. Sie wurden nicht geraspelt, wie ihr das vielleicht kennt. Mit hinein kam auch eine Zwiebel – auf der Reibe natürlich. Also dann zusätzlich noch Tränen beim Zubereiten! Später durften in der Mischung  Eier, Salz und etwas Mehl nicht fehlen. Vorher ließ meine Omi die Kartoffel-Zwiebel-Masse etwas stehen. Es setzte sich das Kartoffelwasser ab. Das schöpfte meine Omi dann immer vorsichtig mit einem Löffel ab, indem sie damit auf den Kartoffelteig drückte.

Währenddessen verfärbte sich der Kartoffel-Puffer-Teig ein wenig. Aber später in der Pfanne sahen sie dann wieder perfekt aus. Meine Omi röstete die Taler in Fett goldgelb. Dazu gab es immer selbst gekochtes Apfelmus. Eine ganze Familie bekommst du damit satt und glücklich. Ein großes Juhu richte ich an meine Omi.

Zucchini machen den Puffer saftig.

 

Puffer

in

saftig

Wie gehen Kartoffel-Puffer so richtig saftig?

Kartoffel-Puffer sind ja so schon Spitze! Aber mit Zucchini werden sie saftiger, somit ein Rezeptchanger. Und wir essen noch zusätzliches Gemüse. Gerade bei Kindern kann so Gesundes versteckt auf den Teller gebracht werden. Und die Kleinen werden diese Zucchini-Kartoffel-Puffer sicher mögen. Das hört sich nicht nur gesund an!

Die Puffer werden mit Gemüse noch aufgewertet. Statt Zucchini versucht mal, Karotten, Petersilienwurzeln, Pastinaken, Rote Bete, Kürbis und vieles mehr unter die Masse zu mischen. Da könnt ihr wild rumexperimentieren

Weiter gehen interessante Varianten mit Kräutern. Auch die Stängel kleingeschnitten, machen die Kartoffel-Puffer würzig pikant. Generell finde ich gut, wenn Gemüsereste vom Vortag oder Blätter und Schalen, die sonst in den Müll oder Kompost wandern, hier Verwendung finden. Kohlrabi-, Blumenkohl- oder Rote-Bete-Blätter sind ideal dafür.

Wusstet ihr, dass Blätter, Stängel und Schalen, die sonst in der Küche kaum Beachtung finden, mega gesundheitsfördernd sind. In ihnen konzentrieren sich mehr sekundäre Pflanzen- oder Bioaktivstoffe als in dem eigentlichen Gemüse. Schade, dass wir sie entsorgen!

Zucchini-Kartoffel-Puffer

Zutaten

für 4 Personen
(ergibt 6 Puffer pro Person)


  • 600 g Kartoffeln
    (vorwiegend festkochend)
  • 2 mittelgroße Zucchini
  • 1 große Zwiebel
  • 2 Eier
  • 125 g Mehl
  • Muskat, Salz, Pfeffer
  • Rapsöl zum Braten
  1. Kartoffeln und Zucchinis waschen. Zwiebel und Kartoffeln schälen. Gemüse reiben und mindestens 15 Min. stehen lassen. In einem Küchentuch einschlagen und kräftig mit den Händen auswringen.
  2. Ausgepresstes Gemüse mit Eiern, Mehl, Muskat, Salz und Pfeffer in einer großen Schüssel am besten mit den Händen mischen.
  3. Öl in einer Pfanne erhitzen. Für jeden Puffer 1 gehäuften EL Gemüsemasse in die Pfanne geben und etwas flach drücken.
    3 – 4 Min. von jeder Seite krossbraten.

    Tipps

    Dazu passt ein Kräuterquark.

    Ich schneide gerne von den Kräutern die Stiele, die übrig geblieben sind z. B. vom Kräuterquark, ganz klein und gebe sie vor dem Braten in die Puffermasse.

    Puffer kräftig mit Salz würzen, da die Kartoffeln Salz „schlucken“.

    Das ausgepresste, aromatische Gemüsewasser kann für Suppen oder Saucen verwendet werden. Luftdicht in ein Schraubglas geben und im Kühlschrank aufbewahren. Zügig verbrauchen.

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